Einsatzbericht Nr. 04/08

Einsatzdaten

Datum, Uhrzeit: Donnerstag, 05.06.2008, 21:50 Uhr
alarmierte Züge: Dörenthe, nachalarmiert: Stadtmitte 1
Stichwort: ManV 1, Überörtliche Hilfe
Ort: Lotte, Torfkuhlenweg
Einsatzkräfte LZ Dörenthe: 13
Fahrzeuge: LF 10/6, Dekon P, MTW (Dörenthe), EFD, WLF, AB ABC/Rüst, LF16/12, LF8, MTW1, GW-A, ELW 1 und RD Stadtmitte), die Feuerwehren Lotte, Emsdetten, Hörstel, Ladbergen sowie vom DRK die OV Laggenbeck und OV Alt-Lotte sowie Spezialkräfte der BASF Coatings AG Münster (WLF und RW 3) und der BAYER AG wurden hinzugezogen.


Einsatzbericht

Am Donnerstag, den 05.06.2008 wurde der Löschzug Dörenthe um 21:50 Uhr alarmiert. Alarmstichwort: auslaufende gefährliche Stoffe auf dem Betriebsgelände einer Spedition in Lotte. Bei dem auslaufenden Gefahrstoff handelte es sich um Toluylendiisocyanat (TDI), mehrere Fässer waren bei Ladearbeiten mit einem Gabelstapler beschädigt worden. TDI ist ein sehr giftiger und wassergefährdender Stoff.
Im Zuge der überörtlichen Hilfe wurde der Löschzug zur Dekontamination für den laufenden Gefahrgut-Einsatz angefordert. Der Löschzug rückte mit 13 Kameraden und den Fahrzeugen Dekon P, LF 10/6 und MTW aus. Der bereits vorhandene Notdekon-Platz wurde übernommen und ausgebaut. Da zunächst unklar war, ob und wie der austretende Stoff ggf. mit Wasser reagiert, wurde auf eine Dekontamination mit Wasser verzichtet. Die Kameraden besetzten den Dokon-Platz mit Personal unter Atemschutz und Schutzanzügen, um die aus dem Gefahrenbereich zurück kommenden Kräfte beim Ablegen der Vollschutzanzüge zu unterstützen und die Ausrüstung in verschließbaren Stahlfässern abzulegen. Mehrere Trupps unter CSA, unterstützt von der im Rahmen von TUIS* angeforderten Kräften der Werkfeuerwehr BASF Münster, banden die Chemikalie mit Sand und wurde in Spezialfässern, welche die Werkfeuerwehr BASF zur Einsatzstelle mitbrachte, aufgenommen und einer Sonderentsorgung zugeführt. Desweiteren wurde die im Gefahrenbereich eingesetzte persönliche Schutzausrüstung und Sonderausrüstung durch einen Chemiker der Herstellerfirma des Stoffes zur Überprüfung auf Kontamination in einem Labor mitgenommen.
Der Einsatz endete gegen 7:30 Uhr am Freitag morgen, den 06.06.2008.

Weitere Informationen können der unten anstehenden Pressemitteilung, herausgegeben vom Bürgermeister von Lotte, entnommen werden:

LOTTE/KREIS STEINFURT
Glimpflich verlaufen ist am Donnerstagabend ein Gefahrgutunfall auf dem Gelände einer Spedition in Lotte. Bei Verladearbeiten beschädigte gegen 21 Uhr ein Speditionsmitarbeiter mit seinem Gabelstapler zwei Fässer, die Blausäure enthielten. Die giftige Flüssigkeit lief aus.Die sofort alarmierte Freiwillige Feuerwehr Lotte hielt in der Nähe gerade eine Übung ab und war schnell zur Stelle. Umgehend wurde die Ibbenbürener Wehr mit ihrem Gefahrgutzug zur Unterstützung angefordert, da die Fässer der Gefahrgutklasse 6.1 (Giftige Stoffe) zugeordnet waren. Die Feuerwehrleute gingen bei den Bergungsarbeiten mit Atemschutz vor. Die ausgelaufene Flüssigkeit wurde mit Spezialmitteln gebunden.

Wie Lottes Bürgermeister Rainer Lammers gestern auf Anfrage mitteilte, gelangte kein Gift in die Kanalisation. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit bestanden. Das hätten die Messungen der Feuerwehr vor Ort ergeben.

Sieben Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden noch am Abend zur Beobachtung vorsorglich in ein Krankenhaus eingeliefert, sechs von ihnen waren gestern bereits wieder zuhause. Speditionsleiter Mark Harvey von der betroffenen Spedition Sostmeier berichtete auf Anfrage, dass sechs seiner Mitarbeiter „vorsorglich“ zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert wurden.


*Unternehmen der Chemischen Industrie in Deutschland und Österreich unterhalten gemeinsam das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem(TUIS). Hier können rund um die Uhr Experten telefonisch erreicht werden, die Auskünfte über die Handhabung von gefährlichen Stoffen und Gütern geben können. Bei größeren Gefahrgutunfällen stellen die Werkfeuerwehren auch spezielle Feuerwehrfahrzeuge , die die örtliche Feuerwehr unterstützen, beispielsweise um beschädigte Tanklastzüge leer zu pumpen.
Die Hilfe durch TUIS wird gegliedert in drei Stufen:



Stufe 1: Telefonische Fachberatung
Stufe 2: Beratung durch einen Fachberater vor Ort
Stufe 3: Unterstützung durch eine oder mehrere Werkfeuerwehren vor Ort mit speziellem Gerät und/ oder Fachpersonal.


Einsatzbilder

Sie müssen Ihren Flash-Player aktualisieren.

Klicken Sie hier, um Ihren Flash-Player zu aktualisieren.



Einsatzbericht Nr. 03/08
Einsatzbericht Nr. 05/08